Ubuntu Server / do-release-upgrade / Ubuntu auf die nächste Version aktualisieren
Mit sudo do-release-upgrade aktualisieren Sie Ubuntu Server auf die nächste Betriebssystemversion. Aktualisieren Sie zuerst alle Pakete der bisherigen Version, prüfen Sie den unterstützten Upgrade-Pfad und halten Sie ein wiederherstellbares Backup bereit.
Paketaktualisierung und Release-Upgrade unterscheiden
do-release-upgrade überführt die Basispakete und die Systemkonfiguration in die nächste Ubuntu-Version. Das unterscheidet sich von apt update zum Aktualisieren der Paketlisten und apt upgrade für Paketupdates innerhalb der bisherigen Version. Die laufende Paketverwaltung erklärt die apt-Anleitung für Ubuntu Server.
LTS-Versionen (Long Term Support, Langzeitunterstützung) werden der Reihe nach auf die jeweils nächste LTS aktualisiert. Von 22.04 LTS zu 26.04 LTS führt der Weg beispielsweise über 24.04 LTS; prüfen Sie den Betrieb nach jedem Schritt. Überspringen Sie keine Versionen durch pauschales Ersetzen von Repository-Codenamen. Pfade und Supportzeiträume finden Sie im Ubuntu-Veröffentlichungszyklus.
Eine neue LTS wird nicht sofort jedem bestehenden Server angeboten. Upgrades zwischen LTS-Versionen werden üblicherweise nach dem ersten Point-Release freigegeben; entscheidend ist das tatsächliche Angebot des Upgrade-Werkzeugs. Für nicht mehr unterstützte Versionen ist ein eigener Wiederherstellungs- oder Migrationsplan nötig. Gehen Sie nicht davon aus, dass diese Anleitung unverändert passt.
Backups und Wiederherstellungszugang vorbereiten
Planen Sie eine Dienstunterbrechung ein und verwenden Sie ein Konto mit Administrationsrechten. Lesen Sie die Versionshinweise des Ziels und die Supportbedingungen Ihrer Anwendungen. Ein gestarteter Webserver beweist noch nicht, dass PHP, Datenbank und Erweiterungen korrekt arbeiten.
- Backups: Sichern Sie Dienstdaten, Datenbanken, Einstellungen unter
/etc, Zertifikate und zur Wiederherstellung benötigte Geheimnisse an einem getrennten, sicheren Ort. Nutzen Sie eine zum Datenbanksystem passende konsistente Sicherungsmethode und prüfen Sie die Wiederherstellung. Ein Snapshot einer laufenden virtuellen Maschine allein garantiert keine Datenbankkonsistenz. - Wiederherstellungszugang: Bereiten Sie eine physische Konsole, Fernwartungskonsole oder serielle Cloud-Konsole vor und testen Sie diese. Sie muss auch bei einer getrennten SSH-Verbindung (Secure Shell) funktionieren. Verlassen Sie sich auch bei einem Upgrade über SSH nicht allein auf SSH als Rettungsweg.
- Cloud-Bedingungen: Prüfen Sie die Vorgaben des Anbieters für Image, Kernel, Bootverfahren und Verwaltungsagenten. Cloud-Server verbieten In-place-Upgrades nicht grundsätzlich. Ist die Wiederherstellung schwierig oder muss die Dienstkompatibilität vorab geprüft werden, vergleichen Sie auch einen neuen Server mit anschließender Datenmigration.
Diese Befehle prüfen die aktuelle Version, freien Speicher und Inodes, unvollständige Paketzustände sowie zurückgehaltene Pakete. Sie starten kein Release-Upgrade.
cat /etc/os-release
uname -r
df -h / /boot
df -i / /boot
sudo dpkg --audit
apt-mark showhold
Notieren Sie VERSION_ID und beheben Sie zunächst Platzmangel auf / und /boot. Der Bedarf hängt von der Installation und den geplanten Änderungen ab. Untersuchen Sie Meldungen von dpkg --audit und verstehen Sie Paket-Holds, bevor Sie sie ändern. Heben Sie nicht alle Holds auf, nur um die Prüfung zu bestehen.
Aktuelle Version aktualisieren und Richtlinie prüfen
- Aktualisieren Sie die Paketlisten der bisherigen Version und installieren Sie alle Updates. Diese Vorbereitungsbefehle nennt die offizielle Upgrade-Anleitung für Ubuntu Server.
sudo apt update
sudo apt dist-upgrade -o APT::Get::Always-Include-Phased-Updates=true
dist-upgrade passt Abhängigkeiten mit den eingerichteten Paketquellen an und kann Pakete entfernen. Lesen Sie den Plan und stoppen Sie bei unerwarteter Entfernung wichtiger Pakete. Die Option bezieht stufenweise verteilte Updates ein; der Befehl selbst wechselt nicht die Ubuntu-Version. Beide Befehle müssen erfolgreich abgeschlossen sein und es dürfen keine Updates ausstehen.
- Prüfen Sie, ob
/run/reboot-requiredexistiert. Ist die Datei vorhanden, ist zum Abschluss der aktuellen Updates ein Neustart erforderlich.
if [ -f /run/reboot-required ]; then
cat /run/reboot-required
fi
Führen Sie bei Bedarf während der Wartung sudo reboot aus. Verbinden Sie sich erneut und prüfen Sie die Dienste, bevor Sie fortfahren. Fehlt die Datei, bedeutet das nicht, dass die Anwendungen bereits geprüft wurden.
- Fehlt
do-release-upgrade, installieren Sie das bereitstellende Paket und prüfen Sie anschließend die Richtlinie für Versionsbenachrichtigungen.
sudo apt install ubuntu-release-upgrader-core
cat /etc/update-manager/release-upgrades
Ist der Befehl bereits verfügbar, können Sie die Installation auslassen. Für den LTS-Pfad verwenden Sie Prompt=lts in der Konfigurationsdatei. Prompt=normal berücksichtigt auch Zwischenversionen, erlaubt aber kein Überspringen von Versionen. Sichern Sie die Datei vor Änderungen unter einem anderen Namen und bearbeiten Sie nur den betreffenden Eintrag mit sudoedit /etc/update-manager/release-upgrades. Den Unterschied erklärt Ubuntus Anleitung zu LTS- und Zwischenversionen.
Ziel prüfen und Upgrade starten
Prüfen Sie zuerst, ob ein Release-Upgrade verfügbar ist. -c prüft und beendet sich, ohne das Upgrade zu starten; die Anwendungskompatibilität wird damit nicht getestet.
sudo do-release-upgrade -c
Wird kein Ziel angeboten, prüfen Sie aktuelle Version, unterstützten Pfad, Prompt, ausstehende Updates, Netzwerk und Freigabestatus. Laut Handbuch zu do-release-upgrade sucht -d nach einer Entwicklungsversion; es kann auch der Erprobung einer neuen LTS vor deren erstem Point-Release dienen. Setzen Sie es auf Produktionsservern nicht pauschal ein, um die Meldung über eine fehlende neue Version zu umgehen.
Sobald Backups und Notzugang bereitstehen und das angebotene Ziel zum Plan passt, starten Sie mit folgendem Befehl. Verwenden Sie keine automatische Bestätigung und bleiben Sie für Rückfragen verfügbar.
sudo do-release-upgrade
- Änderungsübersicht: Prüfen Sie Zielversion, zu entfernende oder zu installierende Pakete, Downloadumfang und Speicherbedarf. Wird ein wichtiger Dienst entfernt oder weicht der Plan anderweitig ab, stoppen Sie vor der Bestätigung und untersuchen Sie die Ursache. Sobald die Paketinstallation läuft, beenden Sie den Prozess nicht gewaltsam und schalten Sie den Server nicht aus.
- Konfigurationsdateien: Vergleichen Sie die bisherige Datei mit der Version des Paketbetreuers. Folgen Sie den tatsächlichen Bildschirmanweisungen zum Anzeigen von Unterschieden, Beibehalten oder Ersetzen. Pauschales Beibehalten oder Ersetzen kann eigene Diensteinstellungen oder notwendige Änderungen der neuen Version verlieren lassen.
- Externe Quellen und Zugriff: PPAs (Personal Package Archives) und Drittanbieterquellen werden während des Upgrades deaktiviert. Wird ein gesonderter SSH-Rettungsport angekündigt, prüfen Sie Firewall- und Cloud-Regeln anhand dieser Meldung und beschränken Sie den Zugang auf Administratoren. Deaktivieren Sie nicht die gesamte Firewall und lassen Sie keine unnötigen Ports dauerhaft offen.
Prüfen Sie auch die Liste veralteter Pakete vor deren Entfernung. Fordert das abgeschlossene Upgrade einen Neustart an, führen Sie ihn im Wartungsfenster durch und behalten Sie den Konsolenzugang bis zum Ende der Prüfungen.
Version und Dienste nach dem Neustart prüfen
Verbinden Sie sich erneut und prüfen Sie Zielversion und fehlgeschlagene Dienste. Vergleichen Sie den Kernel mit der vorherigen Aufzeichnung oder den Paketinformationen des Ziels und aktualisieren Sie die Paketlisten erneut.
cat /etc/os-release
uname -r
systemctl --failed
sudo apt update
apt list --upgradable
Prüfen Sie den erwarteten Wert von VERSION_ID und untersuchen Sie jeden Fehler unter systemctl --failed. Auch ohne fehlgeschlagene Units sind Webantworten, Datenbankzugriffe zum Lesen und Schreiben, geplante Aufgaben, Monitoring und Backups anhand der echten Dienstanforderungen zu testen. Testen Sie eine neue SSH-Sitzung, bevor Sie die Rettungskonsole schließen.
Richten Sie nur benötigte externe Quellen wieder ein, nachdem Sie deren Unterstützung der neuen Ubuntu-Version und die Paketkompatibilität geprüft haben. Aktivieren Sie nicht pauschal Quellen mit dem alten Codenamen. Bereinigen Sie erst bei stabilen Diensten weiter und prüfen Sie die vorgeschlagenen Paketentfernungen.
Fehler und Verbindungsabbrüche behandeln
Bewahren Sie die letzte Fehlermeldung und die Protokolle unter /var/log/dist-upgrade/ auf. Auch Ubuntus Hinweise zum Melden von Upgrade-Fehlern nennen diese Protokolle. Listen Sie zunächst die Dateien auf und lesen Sie die vorhandenen Logs, um Fehlerphase und paketbezogene Ursachen einzugrenzen.
sudo ls -lah /var/log/dist-upgrade/
sudo less /var/log/dist-upgrade/main.log
Bricht SSH ab, prüfen Sie zuerst über die Rettungskonsole den bestehenden Upgrade-Prozess und seinen Fortschritt. Starten Sie nicht allein wegen des Abbruchs ein zweites Upgrade und löschen Sie keine APT-Sperrdateien. Eine unterbrochene Paketverarbeitung erfordert eine zu Logs und aktuellem Paketzustand passende Wiederherstellung.
Es gibt keinen allgemeinen Einzelbefehl, der ein Release-Upgrade rückgängig macht und die vorige Ubuntu-Version wiederherstellt. Stellen Sie bei Bedarf getestete Server- und Datenbankbackups eines konsistenten Zeitpunkts wieder her oder schalten Sie auf den vorbereiteten bisherigen Server zurück. Berücksichtigen Sie Schreibvorgänge seit dem Backup. Das Zurücksetzen der Prompt-Datei stellt ein bereits geändertes Betriebssystem nicht wieder her.




